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title: Passive Entstrickung in grenzüberschreitenden Sachverhalten - BFH schafft Klarheit
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description: "Der Bundesfinanzhof (BFH) hat eine wichtige Grundsatzfrage zur sogenannten steuerlichen Entstrickung entschieden: Eine Besteuerung stiller Reserven kann auch ohne aktives Zutun des Steuerpflichtigen ausgelöst werden."
date: 2026-04-30
modified: 2026-05-04
lastUpdated: 2026-05-04
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# Passive Entstrickung in grenzüberschreitenden Sachverhalten - BFH schafft Klarheit

04.05.2026

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 Besteuerung stiller Reserven ohne aktives Handeln möglich
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 **„Passive“ Entstrickung in grenzüberschreitenden Sachverhalten – BFH schafft Klarheit**

Mit seinem Urteil vom 19. November 2025 hat der Bundesfinanzhof (BFH) eine wichtige Grundsatzfrage zur sogenannten steuerlichen Entstrickung entschieden: Eine Besteuerung stiller Reserven kann auch ohne aktives Zutun des Steuerpflichtigen ausgelöst werden – allein durch eine Änderung der Rechtslage. Damit bestätigt der BFH die Möglichkeit einer „passiven“ Entstrickung.

**Hintergrund: Besteuerung stiller Reserven bei Wegfall des Besteuerungsrechts**

Seit 2006 sieht das deutsche Steuerrecht vor, dass stille Reserven in Wirtschaftsgütern auch dann besteuert werden können, wenn sie noch nicht realisiert wurden (z.B. durch Verkauf). Das ist immer dann der Fall, wenn Deutschland sein Besteuerungsrecht verliert oder dieses eingeschränkt wird, beispielsweise durch die Überführung von Wirtschaftsgütern in ausländische Betriebsstätten oder durch Änderungen in Doppelbesteuerungsabkommen (DBA).

Bislang war umstritten, ob eine solche Entstrickung auch ohne aktives Handeln – also rein aufgrund von Gesetzesänderungen oder neuen DBA – eintreten kann.

**BFH: „Passive“ Entstrickung grundsätzlich möglich**

Der BFH hat nun klargestellt: Auch eine bloße Rechtsänderung kann eine Entstrickungauslösen. Entscheidend ist allein, ob dadurch das deutsche Besteuerungsrecht entfällt oder eingeschränkt wird.

**Fall Spanien: Richtiger Zeitpunkt entscheidend**

Im konkreten Fall ging es um eine deutsche GmbH mit Beteiligung an einer spanischen Immobiliengesellschaft. Durch ein neues DBA mit Spanien wurde Deutschland verpflichtet, künftig spanische Quellensteuern auf deutsche Steuern anzurechnen.

Das Finanzamt sah darin eine Einschränkung des Besteuerungsrechts und setzte eine fiktive Veräußerungsbesteuerung an. Der BFH bestätigte zwar grundsätzlich die Möglichkeit einer passiven Entstrickung, entschied aber zugunsten der Klägerin: Die Besteuerung war im falschen Veranlagungszeitraum erfolgt. Maßgeblich sei der Zeitpunkt unmittelbar vor Wirksamwerden der Rechtsänderung – im Streitfall also noch 2011 statt 2012.

**Fall Australien: Kein Besteuerungsrecht – keine Entstrickung**

In einem weiteren Urteil verneinte der BFH eine Entstrickung im Zusammenhang mit australischen Immobilien. Begründung: Deutschland hatte bereits nach dem alten DBA kein Besteuerungsrecht. Eine spätere Rechtsänderung konnte daher keine Einschränkung mehr bewirken.

**Praxisfolgen: Wachsamkeit bei DBA-Änderungen**

Die Entscheidungen zeigen deutlich:
Änderungen von Doppelbesteuerungsabkommen oder steuerlichen Vorschriften können erhebliche steuerliche Folgen auslösen – auch ohne aktives Handeln des Steuerpflichtigen.

Für die Praxis bedeutet das:

- **Beziehungen zum Ausland und diesbezüglich Rechtsänderungen sind frühzeitig zu analysieren**
- **Der genaue Zeitpunkt eines möglichen Besteuerungszugriffs ist entscheidend**
- **Jeder Einzelfall erfordert sorgfältige Prüfung**

Da DBA-Änderungen in der Regel längere Vorlaufzeiten haben, besteht jedoch oft die Möglichkeit, rechtzeitig auf drohende steuerliche Konsequenzen zu reagieren.

**Fazit**

Mit der Anerkennung der „passiven“ Entstrickung stärkt der BFH die Besteuerungsrechte Deutschlands in grenzüberschreitenden Fällen. Gleichzeitig macht das Urteil deutlich, dass es auf eine präzise zeitliche und rechtliche Einordnung ankommt.

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